Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald e.V. This Site in English!


Der Film zu "Die Kinder vom Lager Föhrenwald" auf YouTube!
 



AKTUELLES

Neue Station unserer Wanderausstellung

 
BfürB, Flyer Wanderausstellung "Die Kinder vom Lager Föhrenwald"

“Die Kinder vom Lager Föhrenwald”

als Sonderausstellung im

Museum der Stadt Geretsried

Ausstellungsdauer: 8.–31.10.2015

Anschrift: Graslitzer Straße 1, 82538 Geretsried

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr, Sa, So: 14–16 Uhr und Do: 17–19 Uhr,
Montag geschlossen

Eintritt zur Ausstellung frei – der Eintritt in das Museum
kostet 4 Euro (ermäßigt 2 Euro).

 
Plakat/Flyer zur Ausstellung: © Gerhard Schielein, Königsdorf
Icon Flyer: pixgood.com / © Jay Zeutsch

BfürB, Plakat Ausstellung "Die Kinder vom Lager Föhrenwald", Geretsried, 2015
 

Trenner

Erinnerungsort BADEHAUS Waldram-Föhrenwald – Projektbeschreibung

BfürB, Cover Projektbeschreibung Juli 2015   Die neue Ausgabe der Projektbeschreibung finden Sie hier.

I. Zielsetzung
Das historische BADEHAUS im Wolfratshauser Ortsteil Waldram soll zu einem modernen Erinnerungsort für die jüngere Geschichte unserer Region werden.
Als Dokumentations- und Begegnungsstätte, bei der besonderer Wert auf die Jugend- und Bildungsarbeit gelegt wird, fördert dieses Projekt auch die Völkerverständigung und den interreligiösen Dialog. Das Vorhaben ist damit Teil einer innovativen, nachhaltigen Gedenkkultur vor Ort, die unser Land gerade nach dem Ende der unmittelbaren Zeitzeugenschaft dringend braucht.
II. Ausgangssituation
In Waldram verdichtet sich unsere Zeitgeschichte. Welt- und Regionalgeschichte greifen hier sinnfällig ineinander. Das BADEHAUS steht dabei exemplarisch für vier historische Zeitschichten, die sich im Wolfratshauser Forst manifestiert haben: NS-(Zwangs-)Arbeiterlager / KZ-Todesmarsch / jüdisches DP-Camp / Siedlung von Heimatvertriebenen.

1. Zeitschicht: Das NS-(Zwangs-)Arbeiterlager
Das BADEHAUS war Teil der nationalsozialistischen Mustersiedlung “Föhrenwald”, die 1939/40 für dienstverpflichtete deutsche Arbeitskräfte sowie für ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen der
nahegelegenen Munitionsfabriken im Wolfratshauser Forst (dem heutigen Geretsried) errichtet wurde. Viele dieser Menschen kamen aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten, vor allem aus Frankreich und aus Osteuropa.

2. Zeitschicht: Der KZ-Todesmarsch
In den letzten Kriegstagen führte ein Zug des Todesmarsches der Dachauer KZ-Häftlinge am Lager Föhrenwald vorbei. Unmittelbar nach ihrer Befreiung wurden hier viele Überlebende untergebracht und medizinisch versorgt, wie beispielsweise der berühmte Jazzmusiker Coco Schumann. In den ersten Nachkriegstagen wurde Föhrenwald somit zu einer wichtigen Rettungsstation für Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.

3. Zeitschicht: Das jüdische DP-Camp
Nach Kriegsende entwickelte sich die Siedlung zu einem der größten und dem am längsten bestehenden Lager für jüdische Displaced Persons (DPs) in ganz Deutschland. Im Gesamtzeitraum von zwölf Jahren durchliefen Zehntausende heimatlos gewordene Holocaust-Überlebende (überwiegend aus Osteuropa) das DP-Camp und warteten hier auf ihre Ausreise nach Israel oder hofften, in einem anderen Land ein neues Leben beginnen zu können. Erst 1957 verließen die letzten jüdischen Bewohner das Lager.

4. Zeitschicht: Siedlung von Heimatvertriebenen
1955 kaufte das Katholische Siedlungs- und Wohnungsbauwerk das ganze Areal, um dort heimatvertriebene, meist kinderreiche katholische Familien ansässig zu machen. Föhrenwald wurde in Waldram umbenannt, auch alle Straßen erhielten – zum dritten Mal seit Siedlungsgründung – neue Namen. Bis heute leben hier noch viele Bewohner, die selbst oder deren Vorfahren ursprünglich aus Siebenbürgen, dem Sudetenland, aus Polen, Ungarn und Rumänien stammen.

III. Was soll geschehen?
Das BADEHAUS war während der NS-Zeit ein Gemeinschaftshaus mit Sanitäranlage (Männerbad) und diente zur Zeit der jüdischen DPs auch als Mikwe, d.h. als jüdisches Ritualbad. Nach 1957 wurde das BADEHAUS von der katholischen Kirche umgebaut, um Wohnraum für Lehrer und Studenten des benachbarten Spätberufenenseminars St. Matthias zu schaffen; Teile des einstigen Badehauses wurden nun als Waschküche genutzt. Seit 2011 steht das geschichtsträchtige Gebäude leer. Es sollte abgebrochen werden.
Im September 2012 gründete sich deshalb der Verein “Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald” aus Mitgliedern des Historischen Vereins Wolfratshausen und der Siedlungsgemeinschaft Waldram, um das BADEHAUS vor dem Abriss zu retten und dort einen innovativen Begegnungs- und Erinnerungsort aufzubauen.

Heute, drei Jahre später (Stand Juli 2015), hat der Verein bereits mehr als 280 Mitglieder. Drei Viertel kommen aus Wolfratshausen und der näheren Umgebung, auch einige ehemalige jüdische Bewohner und deren Nachfahren haben sich inzwischen dem Verein angeschlossen.

Das Erzbischöfliche Ordinariat hat am 8. Mai 2015 das Grundstück mit BADEHAUS dem Verein “Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald” überlassen, damit dieser dort eine Gedenkstätte errichten kann. Nun soll das Gebäude saniert und anschließend zu einem Erinnerungsort ausgebaut werden.

IV. Nutzen und besondere Bedeutung des Projekts
Das BADEHAUS, eines der letzten zentralen Lagergebäude, das in seiner ursprünglichen Gestalt an die bewegte Ortsgeschichte erinnert, möchte der Verein “Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald“ zu einer modernen Gedenkstätte umbauen, in der die Bevölkerung der Region sowie nationale und internationale Besucherinnen und Besucher Zeitgeschichte an einem authentischen Ort erfahren können.
Das Projekt greift dabei weit über den lokalen und regionalen Bezug hinaus, indem es auf die Historie des Landkreises, des Freistaates, der Bundesrepublik und all der europäischen Länder verweist, aus denen einst die Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die Holocaust-Überlebenden und die Heimatver- triebenen nach Föhrenwald/Waldram kamen . . . WeiterlesenCover & Grafik der Projektbeschreibung: Gerhard Schielein, Königsdorf

 

Trenner

HVW, Gedenkveranstaltungen Bücherverbrennung 1933, Dokumentation

Jetzt zum Nachlesen!
Unsere Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Trenner

 

Trenner