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Wanderausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald”

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BaWa, Flyer Wanderausstellung "Die Kinder vom Lager Föhrenwald"

Im Wolfratshauser Forst entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg das größte und am längsten bestehende Lager für jüdische Displaced Persons in ganz Deutschland. Heimatlos gewordene Juden aus Polen, Litauen, Russland, Rumänien und Ungarn warteten hier auf ihre Ausreise nach Israel oder hofften, in einem anderen Land ein neues Leben beginnen zu können. Sie bezeichneten sich selbst als “She’erit Hapletah“, was soviel bedeutet wie “Rest der Geretteten”.

Die Ausstellung zeigt weitgehend unbekannte Fotografien aus Privatbesitz und aus internationalen Archiven. Dabei geben die historischen Bilddokumente einen berührenden Einblick in die Geschichte einer lange vergessenen jüdischen Nachkriegskindheit in Oberbayern.

BfürB, Wanderausstellung, Ausstellungsverleih-Infos   PDF: Ausstellungsverleih-Infos!

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Die Stationen der Ausstellung bis jetzt:

19.06.–10.11.2016   mit “Von Föhrenwald nach Frankfurt”, Frankfurt, Hochbunker, Friedberger Anlage 5–6, Initiative 9. November e.V.
01.–31.08.2015   Geretsried, Museum der Stadt
01.06.–31.07.2015   Berg am Starnberger See, Rathaus
10.05.2015   Wolfratshausen, Loisachhalle, Benefizabend: Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bücherverbrennung am 10.5.1933
16.–30.04.2015   Pullach, Bürgerhaus
29.04.–09.05.2014   Penzberg, Heinrich-Campedonk-Realschule
13.02.–13.04.2014   München, Kulturzentrum der Israelit. Kultusgemeinde München und Oberbayern
Frühjahr/Sommer 2013   Gelting, Kulturbühne Hinterhalt
17.02.–06.03.2013   Waldram, Pfarrheim St. Josef der Arbeiter
13.01.–10.02.2013   Benediktbeuern, Fachberatung Heimatpflege, Maierhof
11.11.–21.12.2012   Benediktbeuern, Fachberatung Heimatpflege, Maierhof
 

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Zum Hintergrund der Ausstellung:

Eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen kommt ohne Eltern nach Föhrenwald. Sie finden im eigens errichteten Waisenhaus Zuflucht. – Es werden in Föhrenwald aber auch viele Kinder zur Welt gebracht. In den DP-Lagern wird weltweit die höchste Geburtenrate aller jüdischen Gemeinden verzeichnet. Für die Überlebenden der Schoah bedeuten Kinder in einem ganz besonderen Maße Hoffnung und Zukunft.
Doch die Schatten der Vergangenheit sind lang. Einige DPs waren zuvor in Konzentrationslagern, viele leiden unter den Folgen von Flucht, Vertreibung und Verfolgung. Alle müssen den Verlust geliebter Menschen verkraften.
Von diesen Schicksalen bekommen die Kinder nur wenig mit. Sie sollen möglichst angstfrei und unbeschwert aufwachsen. Der Alltag gestaltet sich im Rhythmus der jüdischen Feiertage. In den Schulen wird umfangreiches Wissen vermittelt. Auch die religiöse Bildung kommt nicht zu kurz. Neben den Synagogen gibt es religiöse Lehrstätten für Jungen und Mädchen. Erst später, nach dem Verlassen des Lagers, wird vielen Kindern und Jugendlichen bewusst, dass sie das Jiddische als Muttersprache mitbekommen haben – ein Erbe der osteuropäischen Heimat.

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BaWa, Ausstellung "Die Kinder vom Lager Föhrenwald"

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Kinder vom Lager Föhrenwald erinnern sich:

Um die althebräischen Gebete und die Bibeltexte lesen zu lernen, wurden wir Buben noch vor der Schule in den “Cheder”, die Religionsschule, geschickt. Wie die Kinder in alten Zeiten in Osteuropa saßen wir hier auf Bänken an langen Holztischen und ein frommer, meist langbärtiger Lehrer unterrichtete uns. (…)
War das Leben für uns Kinder unbeschwert und voller Abenteuer, so war es für die Erwachsenen bedrückend und voller Entbehrungen: ein Provisorium mit einer ungewissen Zukunft. Die meisten hatten keine Arbeit und waren auf Lebensmittelzuteilungen oder sonstige Unterstützung der amerikanischen Hilfsorganisationen angewiesen.
Dr. Beno Salamander

An den Geruch der Föhren kann ich mich noch gut erinnern, es heißt ja nicht von ungefähr Föhrenwald. Ich bin oft alleine gewesen, lange gelaufen, im Herbst über die abgeernteten Felder. Vielleicht liebe ich deswegen heute Landschaftsbilder so sehr und den Geruch von verbrannten Kartoffelstauden. – Jossl P.

Ein Ort, umgeben von Wäldern, die sich wunderbar zum Spielen eigneten. Wir hatten eine jüdische Schule, einen jüdischen Kindergarten und die Eltern hatten viel Zeit für uns. – Abraham Ben

Das DP-Lager bedeutete für ein jüdisches Kind Sicherheit. Hier hörte man keine abfälligen Bemerkungen über Juden, es gab keine Antisemiten. Die Kinder wurden grenzenlos verwöhnt und bei jeder offiziellen Gelegenheit hoch gelobt. Allein ihre Existenz war eine heroische Tatsache. Sie waren der Beweis dafür, dass die Nazis ihr Werk nicht vollendet hatten, sie waren die Zukunft, sie waren der eigentliche Sieg.
Die Erwachsenen hatten “Schweres mitgemacht”. Mit uns Kindern redete man nicht darüber, aber wir schnappten halbe Sätze auf, in denen die Worte “SS” oder “KZ” vorkamen. Immer wieder handelten die Gespräche der Erwachsenen von Schlägen, Erschießungen und Selektionen. Und vom Hunger.
Lea Fleischmann

Wir wollten alle so gerne lernen, denn wir hatten viel Zeit verloren. Niemand musste uns zwingen, in die Schule zu gehen. Wir rannten von selbst hin. – Frieda S.

Es sind nicht einzelne Bilder, an die ich mich erinnere, sondern das Gefühl großer Kälte und Verlorenheit. Die Erwachsenen im Lager waren gezeichnet von der Vergangenheit, und was in der Zukunft aus ihnen werden sollte, wussten sie nicht. Wir alle waren sozial Entwurzelte und Deplatzierte im Land der Täter. Nichts war selbstverständlich. Nicht die Sprache, nicht die Heimat. Diese Erfahrungen sind fürs Leben beherrschend. – Dr. Rachel Salamander

  BaWa, DP-Lager Föhrenwald, Schüler

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BaWa, DP-Lager Föhrenwald, Bamidbar-Wochenzeitung

BAMIDBAR Wochencajtung fun di bafrajte Jidn in Fernwald“. Die zweisprachige (Jiddisch und Hebräisch) Wochenzeitung des DP-Lagers Föhrenwald erschien
zum ersten Mal am 12.12.1945

PRESSE

  • 9.10.15 – SZ Bad Tölz-Wolfratshausen – Felicitas Amler
    Werte aus der Geschichte
    Bei der Eröffnung der Ausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald” in Geretsried ziehen die Redner Parallelen zwischen der Flüchtlingskrise nach dem Zweiten Weltkrieg und heute. Bürgermeister Michael Müller ruft zu Toleranz auf.
  • 9.10.15 – SZ Bad Tölz-Wolfratshausen – Felicitas Amler
    Wolfratshauser Ignoranz
    Kein Glanzpunkt: Die Stadt Wolfratshausen glänzt bei Ausstellungseröffnung durch Abwesenheit.
  • 9.10.15 – merkur.de/Geretsried – Tanja Lühr
    Der passende Ort zur passenden Zeit
    Die Wanderausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald” macht in Geretsried Station. “Es gibt vielleicht keinen besseren Platz für sie – mit Ausnahme des Badehauses”, sagte Dr. Sybille Kraft bei der Eröffnung am Donnerstagabend.
  • 6.6.15 – ILB – rd
    Jüdische Nachkriegskindheit
    Fotodokumentation über das Leben im Lager Föhrenwald in Berg zu sehen
  • 30.4.14 – Das Gelbe Blatt Penzberg – arr
    Ein Ort der Ruhe
    Das Lager Föhrenwald in Waldram bot bis zu 5.000 Menschen eine Heimat
  • 30.4.14 – Das Gelbe Blatt Penzberg – arr
    Selbstverständliche Verpflichtung
    Gedenken an die Opfer der Mordnacht / Ausstellung in der Realschule
  • 13.3.14 – Jüdische Allgemeine – Myriam Gümbel
    Kindheit in Föhrenwald
    Eine Ausstellung am Jakobsplatz zeigt das Leben im DP-Lager
  • 9.3.14 – sonntagsblatt-bayern.de – Birte Mensing
    Abenteuer im Wald
    Abraham Ben verbrachte seine Kindheit in einem Lager für “Displaced Persons”
  • 15./16.2.14 – Münchner Merkur – Kathrin Hildebrand
    Sehnsucht nach Normalität
    Eine Fotoschau im Jüdischen Zentrum erinnert an die “Kinderjahre im DP-Lager Föhrenwald”
  • 12.2.14 – merkur-online – rd
    Ausstellungseröffnung: Der Geruch der Föhren
    Der Platz könnte nicht prominenter sein für “Die Kinder vom Föhrenwald”: Am morgigen Donnerstag, 13. Februar, wird die historische Fotodokumentation mit einer Vernissage im Jüdischen Gemeindezentrum am Münchner Jakobsplatz eröffnet.
  • 9./10.3.13 – SZ – sci
    500 Besucher sehen Föhrenwald-Ausstellung
  • 5.3.13 – SZ – Kathleen Hildebrand
    Hosen wie aus Blech
    Benjamin und Anna Braun gehörten zu den Ersten, die in München Jeans verkauften, das war Anfang der 1960er-Jahre, und das jüdische Paar hatte gerade eine Odyssee hinter sich
  • 1.3.13 – BSZ online – Andrea Weber
    Die Kinder vom Lager Föhrenwald
    Beeindruckendes Engagement: In Waldram stellen sich Bürger ihrer historischen Verantwortung und kämpfen um ein altes jüdisches Badehaus
  • 20.2.13 – Das Gelbe Blatt – Peter Herrmann
    Erzählende Bilder
    “Kinder vom Lager Föhrenwald”: Vernissage im Pfarrheim St. Josef der Arbeiter
  • 18.2.13 – merkur-online – dor
    Reise in die Waldramer Vergangenheit
    Die Wanderausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald” macht Station in Waldram. Bei der Vernissage zur Eröffnung waren mehr als 300 Personen dabei.
  • 17.2.13 – sz online – Felicitas Amler
    Lokalgeschichte kommt an
    Die Wanderausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald” ist am Sonntag mit großer Resonanz in Waldram – am Ort des Geschehens – eröffnet worden.
  • 15.2.13 – SZ – Felicitas Amler
    Kindheit im Schtetl im Oberland
    Die Foto-Ausstellung des Badehaus-Vereins über das Föhrenwalder Lager für Displaced Persons macht in Waldram Station. Zur Eröffnung kommt der Auschwitz-Überlebend Max Mannheimer.
  • 17.11.12 – ILB – Claudia Koestler
    Bilder, die unter die Haut gehen
    “Kinder vom Lager Föhrenwald”: Wanderausstellung des Vereins fürs Badehaus Waldram im Kloster Benediktbeuern eröffnet
  • 16.11.12 – SZ – Felicitas Amler
    Engagierte Erinnerungsarbeit
    Die Ausstellung “Die Kinder vom Lager Föhrenwald” zeigt die Situation der Juden nach dem Krieg

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BaWa, "Die Kinder vom Lager Föhrenwald"

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Bilder/Grafik: Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald e.V. • Plakat/Flyer: Gerhard SchieleinHistorischer Verein WolfratshausenJustine Bittner
• Icon Flyer: pixgood.com / Jay Zeutsch • Titel Lager-Zeitung “Bamidbar”: Stadtarchiv Wolfratshausen

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